Natur und Geschichte des Parks

Der Natur- und Landschaftspark „Tal der Liebe“ befindet sich in der Woiwodschaft Zachodniopomorskie, in der Gemeinde Chojna, am östlichen Ufer der Oder, zwischen Krajnik Dolny, Krajnik Górny und Zatoń Dolna. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von ca. 80 ha in einem Moränenzug, der von zum Fluss hin abfallenden Tälern durchzogen ist. Davon sind 76,22 ha Eigentum des Staates, das vom Forstamt Chojna verwaltet wird, und die restlichen Flächen sind Eigentum der Gemeinde Chojna (Straße Zatoń Dolna – Krajnik Dolny) und in Privatbesitz. Laut Grundbuch befindet sich der Standort auf den Grundstücken Nr. 256/2, 256/5, 257/2, 289/5, Gemarkung Zatoń Dolna, sowie Nr. 255/2, 430 und 433/6, Gemarkung Krajnik Dolny.
Der wichtigste Wasserlauf ist die Clotildenquelle, die durch ein Y-förmiges Tal fließt, zu dem auch der Ruinenhügel gehört, eine Hügelkette mit Aussichtspunkten (Bastei-Hügel, Schirmberg, Berg des Gedenkens). Die zentralen hydrologischen Objekte sind zwei Teiche – der Teich mit der Apollo-Skulptur und der Teich mit der Diana-Skulptur (Adam- und Eva-Teiche). Im Park gibt es auch eine Quelle namens Herthasee. Im südlichen Teil des Parks befindet sich der Lusthausberg. Charakteristisch sind die relativ hoch gelegenen Hänge, die im südlichen Teil des Parks etwa 80 bis 90 m über dem Meeresspiegel liegen und eine Neigung von 5 bis 50 Grad aufweisen.

Der Park wird hauptsächlich von Waldgesellschaften bedeckt, in denen die Hainsimsen-Buchenwälder dominieren. Darüber hinaus gibt es weitere charakteristische Biotope im Park, wie z. B. die Waldmeister-Buchenwälder, die Auwälder und die im Wald liegenden Quellgebiete. Neben Waldgesellschaften gibt es auch Trockenrasen und ehemalige landwirtschaftliche Flächen mit Wiesenvegetation. Besonders erwähnenswert sind die erhaltenen Trockenrasenflächen (Steppen-Vegetationen), die von thermophilen Pflanzen bewachsen sind, die für die Steppen und Waldsteppen Süd- und Südosteuropas charakteristisch sind und ihre nördlichsten Standorte in Pommern haben. Sie kommen an den steilen, nach Süden und Südwesten ausgerichteten Hängen von Tälern und Moränenhügeln vor und umfassen seltene und geschützte Arten sowie bekannte Gewürz- und Heilpflanzen wie Thymian, Oregano, Katzenminze und Salbei. Die Trockenrasen sind aufgrund der Überwucherung durch Bäume und Sträucher ein schwindendes Element der Pflanzendecke in Polen und stehen unter Schutz.

Im Park gibt es neben Kiefern, Fichten, Lärchen, Platanen, Eschen, Rosskastanien und Eichen auch eingebürgerte Arten – Amerikanische Gleditschie, Edelkastanie, Platane, Tanne, Schwarzkiefer, Roteiche, Douglasie und gelbe Rosskastanie. Innerhalb des Parks gibt es auch Alleen und Reihen von Linden oder Rosskastanien, die als Gestaltungselemente gepflanzt sind. Zu den Sträuchern im Park gehören Eiben, Buchsbaum, Gewöhnlicher Goldregen, Gewöhnlicher Liguster, Flieder, Schneebeere und Weißdorn. Bemerkenswert sind auch die wenigen alten Obstbäume, die von den fünf Obstgärten übriggeblieben sind, die sich vor dem Zweiten Weltkrieg im Park befanden und rund 7.000 Obstbäume umfassten. Der Park beherbergt insgesamt 270 Pflanzenarten, darunter die gesetzlich geschützten: Europäische Eibe (Taxus baccata), Großes Zweiblatt (Listera ovata), Weißes Waldvöglein (Cephalanthera damasonium), Zottiger Spitzkiel (Oxytropis pilosa), Frühlingsknottenblume (Leucojum vernum), Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Breitblättrige Glockenblume. Ebenfalls erwähnenswert sind Bärlauch und Wunder-Veilchen. Im Park wurden auch Standorte geschützter Pilzarten festgestellt.

Die charakteristischen gestalterischen, stilistischen und räumlichen Elemente der Parkanlage „Tal der Liebe“, die von seinem natürlichen und landschaftlichen Charakter zeugen, sind das hügelige Gelände mit erheblichen Höhenunterschieden und das Wassersystem, das aus der am Fuße des Parks fließenden Oder und den in sie mündenden Bächen besteht, die Bodenbedeckung mit ihrem natürlichen Waldbestand, mit alten Buchen und Eichen sowie mit Alleen, Reihen und Gruppen von Zierbäumen, sowie der Panoramablick auf die Oder und ihr Westufer.

Vom historischen Charakter des Parks zeugen die erhaltenen und rekonstruierten Elemente der ehemaligen Parkinfrastruktur, wie zwei Teiche (Adam- und Eva-Teiche) mit zentralen Inseln, auf denen Skulpturen aus der griechischen Mythologie – der Gott Apollo (Adam) und die Göttin Diana (Eva) – stehen, ein Rastplatz mit Bänken, gepflanzte Rosen und Stauden sowie Hecken an den Teichen, ein Steinaltar, in den die ersten Worte der deutschen Nationalhymne eingemeißelt sind, sowie Gedenksteine auf dem Berg des Gedenkens und dem Lusthausberg zur Erinnerung an die Gründer des Parks, Carl Philipp und Sophie von Humbert, sowie an Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik, die Verdienste für den deutschen Staat (auf dessen Territorium sich der Park vor 1945 befand) erlangt haben – Johann Sebastian Bach (1865-1750), Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Ludwig van Beethoven (1770-1827), Richard Wagner (1813-1883), Robert Koch (1843-1910), Alexander von Humboldt (1769-1859), Albrecht Thaer (1752-1828), Julius Kühn (1825-1910), Justus Liebig Freiherr von Chemin (1803-1873), Martin Luther (1483-1546), Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910), Johann Hinrich Wichern (1808-1881), Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Friedrich von Schiller (1759-1805), Gebrüder Jacob Ludwig Karl (1785-1863) und Wilhelm Karl Grimm (1786-1859), Paul von Benckendorff und von Hindenburg (1847-1934), Gerard von Scharnhorst (1755-1813), Alfred von Schlieffen (1833-1913), Helmut Karl Bernhard von Moltke (1800-1891), Albert Leo Schlageter (1894-1923), Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg (1759-1830), Otto von Bismarck (1815-1898), Bernhard von Bülow (1849-1929), Luise Auguste Wilhelmine Amalie von Mecklenburg-Strelitz (1776-1810), Augusta Marie Luise Katharina von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811-1890), Friedrich Wilhelm Kurfürst von Brandenburg (1620-1688), Friedrich Wilhelm I (1688-1740), Friedrich II Hohenzollern, genannt Friedrich der Große (1712-1786), Wilhelm I (1797-1888). Aufgrund der erhaltenen Merkmale des Naturparks mit romantischen Fragmenten aus dem 19. Jahrhundert wurde der Park am 16. März 1992 unter dem Eintrag A-1183 in das Denkmalregister aufgenommen (Beschluss Nr. PSOZ/Sz-n/III/5340/35/92) und unterliegt damit dem Denkmalschutz gemäß den Bestimmungen des Gesetzes vom 23. Juli 2003 über den Schutz und die Pflege von Denkmälern (GBl. Dziennik Ustaw 2021 vom 19. März 2021, Pos. 710).

Der Park „Tal der Liebe“ befindet sich in dem besonderen Schutzgebiet der Lebensräume Untere Oder – Dolna Odra PLH 320037 und dem besonderen Vogelschutzgebiet Unteres Odertal – Dolina Dolnej Odry PLB 320003. Es ist zugleich ein Gebiet innerhalb des Landschaftsschutzparks Cedynia. In unmittelbarer Nähe des Parks, in der Ortschaft Zatoń Dolna, beginnt der überregionale Radwanderweg Tausend Seen sowie der Radwanderweg R1 – Grüne Oder, der entlang der Oder zwischen Szumiłowo und Szczecin verläuft. Auf der gegenüberliegenden, westlichen Seite der Oder befindet sich der deutsche Nationalpark Unteres Odertal, mit dem der Park „Tal der Liebe“ länderübergreifend verbunden ist.
Der Natur- und Landschaftspark „Tal der Liebe“ wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Anna von Humbert für ihren Mann Carl Philips angelegt. Der Name des Parks verweist auf die romantische Geschichte seiner Entstehung – Anna sollte den Park in Abwesenheit ihres Mannes als Überraschung und Geschenk seiner liebenden Frau angelegt haben. Bestätigung dafür sollte ein Begrüßungsspruchband am Eingang des Parks mit der Aufschrift „Willkommen im Tal, das die Liebe schuf“ sein. In den weiteren Jahren wurde die Entwicklung der Parkanlage fortgesetzt – der Ausbau der Wege, der Bau der der Freizeitinfrastruktur und der romantischen architektonischen Elemente, die Aufstellung der großen Gedenksteine, die Errichtung von Parkgebäuden, die Ausführung der Bepflanzung mit Zierpflanzen und die Gestaltung der floristischen Kompositionen des Parks. Nach 1945 wurde das Parkgelände, das ab dann in der Grenzzone lag, vernachlässigt und geriet in Vergessenheit. Das Parkgebiet wurde verstaatlicht und in eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft integriert. Die Alleen verwilderten, die Teiche und Bäche trockneten aus, und die nicht genutzten Gebäude verfielen. Seit 1960 wird der Park von dem Forstamt Chojna verwaltet. Ende der 1970er Jahre wurde ein Teil des alten Baumbestands des Parks abgeholzt. Waldbewirtschaftung, Holzeinschlag und Anpflanzungen haben das System der Grünanlage verzerrt. Skulpturen und Elemente der Kleinarchitektur wurden verwüstet. Allerdings gibt es deutliche Spuren einer in Westpommern sehr seltenen landschaftlich-natürlichen Parkanlage mit romantischen Elementen und Merkmalen eines Volksparks. Im Jahre 2005 wurde u. a. auf Initiative von Dr. Bożena Prajs von der Föderation der Grünen „GAJA“ ein Prozess zur Revitalisierung des Parks „Tal der Liebe“ eingeleitet, und 2008 wurde das Parkgelände vom Forstamt Chojna zur Nutzung an die Föderation der Grünen „GAJA“ übergeben, die sich um dieses Denkmal kümmert.

Wichtig ist, dass auf 65,68 ha der Waldfläche des Parks „Tal der Liebe“ (86%), die sich im Besitz des Staatlichen Forstbetriebs befinden (genutzt von der Föderation der Grünen „GAJA“), ein Referenzgebiet für die Beobachtung der natürlichen Prozesse in den Wäldern eingerichtet wurde. Referenzgebiete werden angelegt, um einen Bezugspunkt für den Vergleich der Auswirkungen der Waldbewirtschaftung auf die Natur mit den Auswirkungen spontaner natürlicher Prozesse zu erlangen. Auf den Referenzflächen wird keine Holzgewinnung betrieben und es werden keine Anbau- und Pflegemaßnahmen durchgeführt, und das Fällen der Bäume ist nur im Falle von Lebensgefahr, möglichen Schäden an der Infrastruktur (z. B. an Stromleitungen) und in anderen Katastrophensituationen erlaubt. Die in den Referenzgebieten gefällten Bäume werden der natürlichen Zersetzung überlassen. Die Referenzflächen werden im Forstwirtschaftsplan als Gebiete gemeldet, die von der Nutzung ausgenommen sind.

Heute ist der Park ein Ort der deutsch-polnischen Begegnungen, der häufig von Touristen aus Polen und Deutschland (aber auch aus so weit entfernten Ländern wie Neuseeland) besucht wird und der dank der deutsch-polnischen Projekte des Vereins Föderation der Grünen „GAJA“ in seinen heutigen Zustand versetzt wurde – Änderung des Konzepts der touristischen Nutzung des Landschafts- und Naturparks „Tal der Liebe“ in Zatoń Dolna zwecks des Schutzes des touris-tischen Verkehrs vor den Folgen der COVID-19-Epidemie (2020-2021, in Partnerschaft mit dem deutschen Nationalpark Unteres Odertal, Fonds für Kleinprojekte im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen in der Euroregion Pomerania), „ Entwicklung des Europäischen Hugenottenparks in Schwedt/Oder und die Revitalisierung des Naturparks „Tal der Liebe“ in Zatoń Dolna als Kultur- und Freizeitzentren“ (2009-2014, in Partnerschaft mit der Gemeinde Schwedt/Oder, INTERREG IVA) und die erste Etappe der Revitalisierung des Parks „Tal der Liebe“ (2005-2006, in Partnerschaft mit der Gemeinde Schwedt/Oder, PHARE CBC). Die sonstigen Projekte, die von dem Verein Föderation der Grünen „GAJA” zugunsten des Parks umgesetzt wurden, sind: Stadtrallye „Sommernachtblume” (2012, Fonds für Kleine Projekte INTERREG IV A der Euroregion Pomerania), Gefangene für die Natur. Entwicklung der touristischen und natürlichen Vorzüge des Naturparks Tal der Liebe und der Naturschutzgebiete in der Woiwodschaft Zahodniopomorskie (2012-2013, Gesellschaft für Bergbau und Energieversorgung PGE Górnictwo i Energetyka Konwencjonalna Spółka Akcyjna, Kraftwerkgruppe Dolna Odra), Sommertreffen im Park- und Waldkomplex „Tal der Liebe” in Zatoń Dolna – Organisation von Kultur- und Freizeitveranstaltungen (2014, EU-Fördermittel im Rahmend er Achse 4 LEADER des Programms zur Entwicklung ländlicher Gebiete 2007-2013), Freiwillige für das Tal – periodische Freiwilligenarbeit für den historischen Park Tal der Liebe (2018, Institut für Nationales Erbe, Ministerium für Kultur und Nationalerbe), Mit Kultur in den Park – ERREICHBARE KULTUR im Tal der Liebe (2015, Ministerium für Kultur und Nationalerbe).